Chronik d. Veteranen- & Soldatenkameradschaft Stadtbergen 1878 e.V.
J. Herz
Der am 28.Oktober 1878 gegründete Veteranen- und Soldatenverein gehört zu den ältesten der noch bestehenden Stadtberger Vereine. Es wird an Alter nur übertroffen von dem Feuerstutzenverein und der Freiwilligen Feuerwehr, deren Geschichte bis auf die Jahre 1864 bzw. 1871 zurückreicht. Veteranen- oder Kriegervereine, wie sie auch genannt wurden, gab es in den Städten schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, erschienen aber in den Dörfern erst nach dem Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 und verbreiteten sich rasch.
Wenn man nach den Gründen fragen wollte, warum gerade damals die Gründungen dieser Vereine einsetzten, so könnte man die damals allgemeine Vereinsfreudigkeit anführen, auch die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht im Jahre 1868 in Bayern, dann die durch König Ludwig II, veranlasste Gründung des Landeskriegerverbandes anno 1874 und vor allem den patriotischen Schwung nach Sieg und Reichsgründung.
Welche Bedeutung gerade letzteres hat, zeigt sich darin, dass schon bei der Gründung des Vereins Pflege der Vaterlandsliebe als erster Zweck genannt wurde neben der Unterstützung kranker und hilfsbedürftiger Kameraden. Im Laufe der Zeit werden als weitere Aufgaben genannt: Pflege der Kameradschaft, Ehrung verstorbener Kameraden durch ein Ehrengeleite und festliche Gestaltung der Trauergottesdienste für Kameraden auf dem Verein und Gefallene der zwei Weltkriege; Gedenkfeiern an nationalen Feiertagen, z.b. Sedantag oder Königs Geburtstag und schließlich auch Pflege der Geselligkeit.
Es liegen keine direkten Quellen mehr für die Geschichte des Vereins von seinen Anfängen bis 1919 vor; das erste Protokollbuch ist verloren gegangen. Dem großen Fleiße von Oberlehrer Schafitel, der wertvolles Material zur Ortsgeschichte in der sog. „Stadtberger Chronik“ (Gemeindearchiv) gesammelt und dabei auch die Ortsvereine nicht vergessen hat, ist es zu danken, dass über die ersten Jahrzehnte des Veteranenvereins doch einiges überliefert ist.
Schon bei der Gründungsversammlung im Gasthaus Jettenberger traten neben anderen sämtliche Veteranen von 1866 und 70/71 aus Stadtbergen und Deuringen bei.
Schafitel berichtet, es seien 33 Aktive und 19 Ehrenmitglieder aufgenommen worden. Nach einem anderen Bericht (von Herrn Martin Saule) seien es insgesamt 29 Aufnahmen gewesen. Die Familie Gumpp, ist auch heute noch, in der dritten Generation im Verein vertreten. Gründungsvorstand war Johann Schuster. Nur knapp zwei Jahre später wurde der nur Zweiunddreißigjährige von seinen Kameraden zur letzten Ruhe geleitet. Dabei ereignete sich ein grässliches Unglück: Der Schmiedegeselle Joseph Linder verlor beim Böllerschießen sein Augenlicht. Schusters Nachfolger im Vorstandsamt wurde Leopold Saule (1839-1910). Seine Vereinsführung von 1880 bis 1904 wurde für zwei Jahre unterbrochen, in denen Michael Maier (+1896) an der Spitze des Vereins stand. Unter Saule erhielt der Verein seine Vereinsfahne. Sie wurde im Taubstummeninstitut in Dillingen angefertigt und am 3. Juli 1881 von Pfarrer Roman Heinzelmann nach einem Festgottesdienst geweiht. Patenverein war der Veteranen- und Kriegerverein Augsburg II. Als erster Fahnenjunker fungierte Matthäus Bogenhauser.
Über die Jubiläumsfeste von 1888 und 1898 ist ebenso wenig bekannt wie über irgendwelche bedeutenderen Ereignisse aus dem Vereinsleben. Vom 25-jährigen berichtet Schafitel lediglich, dass es am 9.7.1903 stattgefunden hat. Immerhin müssen es erfolgreiche Jahre gewesen sein; denn als Saule in der Generalversammlung vom 10.1.1904 nicht mehr kandidierte, wurde er in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorstand ernannt. Sein Nachfolger wurde Nikolaus Sauer, der insgesamt 40 Jahre Vereinsvorsitzender war, zunächst von 1904-1942 und dann nochmals zwei Jahre von 1952-1954. In seine ersten Vorstandsjahre fällt die Aufnahme in der Bayer.
Veteranen-, Krieger- und Kampfgenossenbund und die Verleihung des goldenen Fahnenschilds vom Bayer. Kriegerbund. Weiter wird noch von einer Feier zur 40.
Wiederkehr des Sedantags am 4.9.1910 in der Turnhalle berichtet, von Geschehnissen im 1. Weltkrieg aber nichts. Es wird lediglich erwähnt, dass 1914 viele Mitglieder als Landwehr- oder als Landsturmleute ins Feld gezogen sind. Drei von ihnen sind gefallen: Sebastian und Eduard Bogenhauser und Xaver Huttner.
Vom Februar 1920 an liegen Protokolle vor. Aus dem ersten Protokoll vom 29.2. ist zu lesen, dass 25 Mitglieder zur Generalversammlung gekommen waren und die Vorstandschaft neu wählten. Der Quartalsbeitrag – ein Zeichen der beginnenden Inflation – wurde von 2,40 Mark auf 3,60 Mark erhöht. Die geringe Beteiligung am Veteranenjahrtag, an der Fronleichnamsprozession und an den Leichenparaden wurde gerügt und bedauert.
Die fortschreitende Inflation und Verarmung zeigt sich in den Protokollen der folgenden Jahre: Das Krankengeld an kranke Kameraden wurde abgeschafft und durch freiwillige Gaben ersetzt, die beliebte Christbaumfeier musste ausfallen, die Generalversammlungen waren mäßig besucht. Meist nur ganz kurze Protokolle melden Klagen über ständig steigende Beiträge. In der Jahreshauptversammlung vom Januar 1923 wurde der Beitrag nur für das erste und zweite Quartal festgelegt und die Festsetzung der Höhe der Gebühren einem siebenköpfigen Ausschuss überlassen. Und dieser schrieb am 10. August vor: Aufnahmegebühr 1 Liter Bier und Quartalsbeitrag ein Viertelliter = 10.000 Mark, Einhebegebühr 500 Mark. Am 25. November 1923 lautete die Beitragsförderung 60 Milliarden für das 4. Quartal. Kein Wunder, dass man um diese Zeit kaum einmal von geselligen Zusammenkünften hört. Aber man vergaß trotzalledem nicht die von Anfang an gepflegte Verpflichtung, den in Not geratenen Kameraden und Familien beizustehen. Beim Bayer. Kriegerbund wurde ein Zentner Weizenmehl bestellt, der in 40 Teilen zu 2 ½ Pfund verteilt werden sollte. Selbsterzeuger waren von dieser Aktion ausgeschlossen. Auch um Kohlen bemühten sich Vorstand und Beisitzer.
Für 1924 liegt kein Protokoll vor. 1925 wurde vereinbart, die Heldengedächtnisfeier am Allerheiligentag gemeinsam mit dem Männergesangsverein, dem Turnverein und der Sanitätskolonne zu gestalten. Ab 1926 kam wieder mehr Leben in den Verein. Es wurden monatliche Zusammenkünfte eingeführt: man beteiligte sich an Jubiläumsfeiern von Nachbarvereinen, beschloss zu den Leichenkondukten jeweils 12 Mann abzustellen und führte die Einheitsmütze ein. Im Februar des gleichen Jahres brannte die Bierführersölde, auf der David Jettenberger seine Gastwirtschaft betrieb, nieder und damit das Vereinslokal. Von den Verlusten, die dabei der Verein erlitt, wurde besonders die Zerstörung alter Erinnerungsfotos bedauert. Die Vereinsfahne konnte Nikolaus Sauer retten. Jettenberger baute die Wirtschaft nicht wieder auf. Er kaufte das ehemalige Brauhaus und richtete sich dort ein. Der Verein folgte dem Herbergsvater dorthin.
Das Jubiläumsjahr 1928 begann nicht sehr verheißungsvoll; zur Generalversammlung im Januar waren nur 22 Mann erschienen. Ein Glücksfall aber war, dass das Jubiläum in das einzig goldene der sonst wirklich nicht sehr goldenen Zwanzigerjahre fiel. Man glaubte im damaligen Deutschland an einen echten wirtschaftlichen Augschwung und ahnte noch nichts von den düsteren Jahren, die bald kommen sollten. Angesteckt von dieser allgemeinen hoffnungsvollen Stimmung wurde nun mit dem 50- Stiftungsfest des Veteranenvereins ein wahres Dorffest vorbereitet mit allem, was ein Dorf jener Zeit an Festlichem bieten konnte.

Von dem Ablauf des Festes am 17./18. Juni seien hier nur einige Daten gegeben: 22 Fahnenabordnungen waren beim Festgottesdienst und der Gefallenenehrung zugegen.
Im Festzug fuhren in einer Kutsche das letzte Gründungsmitglied Bernhard Gumpp und das zweitälteste Mitglied Johannes Greiner mit.
Von den Reden und Ansprachen der Festversammlung sei nur eine herausgegriffen, weil sie Bezug zum heutigen Fest hat: Der Vertreter des Patenvereins wünschte, es möge seinem Verein vergönnt sein, auch beim Hundertjährigen Pate stehen zu können: Es sei noch berichtet, dass auch der Kassier zufrieden war: Das Defizit belief sich nämlich nur auf acht Mark.
Ähnliches sei auch den heurigen Veranstaltern gewünscht!
Nach dem schönen Fest zog der graue Alltag wieder ein: Am 15. Juli starb Bernhard Gumpp.
Und das Grau wurde zum Dunkel: 1929 begann die Weltwirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit für Millionen.
Das Dritte Reich und der Untergang des Deutschen Reiches folgten. All das wirkte sich auch auf den Veteranen- und Kriegerverein aus.

Die Zahl der Besucher der Generalversammlung ging zurück. 1929 waren es noch 20, 1931 nur mehr 12, 1933 13. Für die folgenden Jahre werden keine Anwesenheitszahlen genannt. Der äußere Betrieb lief weiter.
Es gab noch die jährliche Generalversammlung mit Neuwahlen (1929 und 1932), Kassen- und ähnlichen Berichten und was sonst noch dazu gehört.
Es wurden auch die Grundpflichten erfüllt, dem Ehrengeleit für verstorbene Kameraden, Auszahlung von Unterstützungen, Übergabe von Ehrenzeichen u.a., aber es fehlte offensichtlich der richtige Schwung.
Die Wirtschaftskrise und die politischen Spannungen lagen lähmend auch auf dem Vereinsleben. Nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus blieb es zunächst beim Alten.
Am 10.2.1934 wurde zur „Gleichschaltung geschritten“.
Statt einer Jahres- oder Generalversammlung gab es nun einen Jahresappell, statt des Vorstands den Vereinsführer.
1935 wurde der Verein zur Kameradschaft, die zum Reichskriegerbund Kyffhäuser gehörte und sich nach dessen Satzungen richten musste. Zur alten Vereinsfahne kam eine zweite, die Kyffhäuserfahne.
Auch in Anzug, Abzeichen und dgl. hatten sich die Mitglieder den Vorschriften dieses Bundes zu unterwerfen.
Schließlich musste noch der alte Vereinsnahme verschwinden; NS Deutscher Reichskriegerbund Kyffhäuser war ab 1938 die neue Bezeichnung.
Das alles ging nicht ohne Opposition ab. Es gab Austritte und Streichungen aus der Liste wegen Verweigerung des Kyffhäuserbeitrags.
Nikolaus Sauer, seit 1904 an der Spitze des Vereins, hat weiter ausgehalten. Es war ihm anscheinend nicht immer ganz wohl dabei. Dass manches nicht stimmte, geht schon aus der Kürze der Protokolle hervor. Das z.B. vom 24.1.1941 umfasste nur zwei Sätze: „Kf. Sauer eröffnete mit deutschem Gruß Heil Hitler den Jahresappell.
Nach dem Verlesen der Niederschrift des 62. Jahresappells folgte der Jahresbericht, der ohne Beanstandung entgegengenommen wurde.“ Sauers Unterschrift fehlt. Dafür waren die zwei folgenden Niederschriften um so länger. Die erste vom 23.1.1942, die noch Sauers Unterschrift trägt, umfasst 5 ½ Seiten. Es geht ganz harmlos an. Man gedachte der verstorbenen Kameraden und hörte den Kassenbericht. Dann wurde den 14 Anwesenden eine Zuschrift des Kreiskriegerführers verlesen, die, wie der Schriftführer meldet, „mit Freude und Zustimmung aufgenommen“ wurde. Was die Freude auslöste wird nicht gesagt.
Es folgte ein langer Bericht des Kameradschaftsschießwarts über die Leistungen und Erfolge der Schützengruppe. Er empfahl, diese Gruppe zu vergrößern. Für Sauer fiel auch ein Lob ab. Es wurde ihm eine „anerkennenswerte Mitwirkung“ bestätigt. Weiter kam etwas zur Sprache, das vermuten lässt, dass das Verhältnis der Veteranen zur Umwelt in Stadtbergen gestört war. Der Ortsgruppenleiter hatte nämlich die Ehrensalven verboten. Das machte böses Blut. Schlimmeres konnte man Veteranen kaum antun. Der anwesende Kreisverwaltungsführer konnte die Gemüter beruhigen mit der Mitteilung, dass durch eine Entscheidung des Reichsinnenministeriums „dem haltlosen Zustand“ ein Ende gesetzt wurde. Den nächsten Jahresappell leitete in Anwesenheit des Ortsgruppenleiters der bisherige Schießwart, der vom Kreiskriegerführer als Kameradschaftsführer eingesetzt worden war.
Die völlige Gleichschaltung war erreicht. Ein 9 Seiten langes Protokoll berichtet von diesem Appell am 23.1.1943. Es ist der Schwanengesang der Kameradschaft. Im März war noch eine Beiratssitzung, bei der es um Mitgliederwerbung ging, und im Mai war noch ein außerordentlicher Generalappell. Da erfuhr man, dass der Schießstand am Ziegelstadel der Kameradschaft Stadtbergen und Deuringen übergeben worden war; und von der Absicht, im Juli eine schlichte Feier aus Anlass der vor 65 Jahren erfolgten Gründung der Kameradschaft (!) zu halten. Die schlichte Feier fand auch statt. Es wurden Ehrenurkunden verteilt. Und dann senkte sich Stille über die Kameradschaft. Und still blieb es bis zum 7.6.1952. An diesem Tag lud der 74-jährige Ignatz Demeter, der von 1908-1943 immer in der Vorstandschaft auf den Posten des 2. Vorstands, des Kassiers oder Schriftführers vertreten war, seine ehemaligen Kameraden aus Deuringen und Stadtbergen ins Bräuhaus betreff „Wiederaufnahme unserer Tradition“. Elf folgten seiner Einladung und seinem in der Einladung genannten Vorschlag, den Verein unter der „gewohnten Vorstandschaft“ weiterzuführen, d.h. mit Nikolaus Sauer als 1., Ignatz Sattelmeier als 2. Vorstand, Ernst Metler als Kassier und Ignaz Demeter als Schriftführer. Deutlicher hätte man nicht an die Tradition anknüpfen können. Es wurden auch gleich Beschlüsse gefasst; Die Fahne soll wieder bei Festlichkeiten und Trauerakten vorangetragen werden. Als Jahresvereinsbeitrag wurden DM 6,00 festgesetzt. Die Rückkehr alter und der Eintritt neuer Mitglieder setzte zaghaft an. Für die Jahre 1952, 1953 und 1954 liegen keine Mitgliederzahlen vor.
Aber die Zahl der Versammlungsbesucher ist in den Protokollen vermerkt. Nach den 11 Männern der ersten Versammlung waren es 1953 18, 1954 21. Die Zahl der Mitglieder war 1955 41, 1958 50, 1960 60, 1966 70, und 1971 wurde der Hunderter überschritten. Ende 1977 war die Zahl 135 erreicht. Nie vorher in der Geschichte des Vereins kann eine so erfreuliche Entwicklung festgestellt werden. Diese Steigerung mag zu einem Teil auf die Zunahme der Bevölkerung des Dorfes zurückzuführen sein, ist aber vor allem sicherlich die Frucht des Fleißes und Einsatzes der beiden im Jahre 1955 auf Sauer folgenden Vorstände Josef Sturm und Josef Faderl, der im Januar 1966 das Amt des Vorstandes übernahm.
Sturm hielt in seiner Vereinsführung am Altbewährten fest, setzte aber doch einen neuen Akzent, indem er Kameradschaftlichkeit und Geselligkeit und die Beziehungen zu den Ortsvereinen stärker pflegte. So lud er schon in seinem ersten Vorstandsjahr zu einem Kameradschaftsabend ein. Weitere folgten. Demselben Zweck dienten die Omnibusausflüge ins Karthäusertal, nach Kufstein und Rothenburg ob der Tauber. Mit Erfolg bemühte er sich auch um mehr Kontakt mit den Ortsvereinen und benachbarten Soldatenkameradschaften. Im Jahre 1958 wurde der Verein 80 Jahre alt. Zur Feier dieses Ereignisses war nur ein „Fest in kleinem Rahmen“ vorgesehen. Es wurde aber doch ein richtiges Jubiläumsfest daraus mit Gottesdienst, Festzug, Festkonzert und dem Besuch von 18 Vereinen.
Josef Faderl, der seit 1966 das Amt des 1. Vorsitzenden ausübte, trat 1979 aus gesundheitlichen Gründen zurück. Er wurde von der Versammlung, auf Grund seiner Verdienste, einstimmig zum Ehrenvorstand ernannt. In seine Amtszeit fiel das 100jährige Gründungsfest, das mit großem gesellschaftlichem und finanziellem Erfolg vom 19. bis 21. Mai 1978 durchgeführt wurde. 46 Vereine aus nah und fern nahmen an diesem Fest teil.
Vom 6.1.1979 führte Georg Feldmeier als 1. Vorsitzender die Kameradschaft bis zum 6.1.1981.
Nach ihm wurde Alois Lorenz zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Im Oktober 1981 feierte die Kameradschaft 100 Jahre Fahne mit einem bunten Nachmittag im Stadtberger Hof.
2. Bgm. Georg. Weihmeier und der ehemalige 1. Vorstand Georg. Feldlmeier spendeten ein Fahnenband. Am Sonntag, den 18.10.1981 fand der Festgottesdienst in St. Nikolaus statt, an dem auch der Patenverein Steppach teilnahm.
Alois Lorenz machte sich schon sehr früh Gedanken um die Weiterführung der Veteranen- und Soldatenkameradschaft. Und so integrierte er nach und nach Reservisten der Bundeswehr in die Vorstandschaft.
Nach dem Zusammenschluss der Gemeinden Stadtbergen, Leitershofen und Deuringen zu einer Einheitsgemeinde, wurde das Tätigkeitsgebiet des Vereins auch auf den Ortsteil Leitershofen ausgedehnt: Der Name „Veteranen- und Soldatenkameradschaft Stadtbergen/Leitershofen und Deuringen“ wäre viel zu lange geworden, deshalb beschloss die Jahreshauptversammlung am 5.1.1982, dass der Verein nunmehr „Veteranen- und Soldatenkameradschaft Stadtbergen 1878“ heißen soll.

1988 wurde das 110jährige Jubiläum gefeiert.
Nach der Feierstunde am renovierten Kriegerdenkmal zogen 37 Vereine aus nah und fern, darunter auch Veteranen aus Brie-Comte-Robert zum Festzelt an der Osterfeldstrasse.
In seiner Festansprache ging stellvertretender Landrat und Kreisvorsitzender der BKV Albert Spitzner auch auf die deutsch- französische Partnerschaft des Marktes Stadtbergen ein.
Um in Zukunft in der Öffentlichkeit ein besseres Erscheinungsbild abzugeben, beschließt die Vorstandschaft im Juni 1991 für den Verein einheitliche Jacken anzuschaffen.
Bei ihren vielen Auftritten in- und außerhalb Stadtbergens mussten die Kameraden feststellen, dass die Fahne, die nun schon 111 Jahre alt ist sehr unter ihrem Alter gelitten hat.
Immerhin hat sie ja schon 2 Kriege überstanden. So beschloss man am 26.3.1992 ein Fahnenkonto anzulegen und um Spenden zu werben.
Ins Auge gefasst wird die Beschaffung einer neuen Fahne zum 125jährigen Vereinsjubiläum im Jahre 2003.
In der Jahreshauptversammlung am 6.2.1993 gibt Alois Lorenz aus gesundheitlichen Gründen sein Amt als 1. Vorsitzender ab. Joachim Seebacher wird einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Die Versammlung ernennt Alois Lorenz zum Ehrenvorstand.
Am 13.5.1993 beschließt die neue Vorstandschaft schon zum 120jährigen Jubiläum 1998 eine neue Fahne anzuschaffen.
Am 21.7.1995 verstarb der Ehrenvorstand Alois Lorenz; er wurde unter großer Beteiligung der Stadtberger Vereine in Feldkirchen bei München beigesetzt.
Am 28.10.1995 wurde die neue Vereinsfahne bei der Fahnenstickerei Kössinger in Schierling in Auftrag gegeben. Die Anschaffungskosten belaufen sich auf 15.000,00 DM. Ein Großteil wurde durch Spenden finanziert.
Vom 20.-24. Mai 1998 feiert die VSK das 120jährige Gründungsjubiläum mit Fahnenweihe.
Tausende von Festbesuchern kamen während der 5 Tage ins große Festzelt an der Panzerstrasse. Höhepunkt war der große Festumzug am Sonntag mit ca. 50 Vereinen und Organisationen und 5 Musikkapellen. Die Festtage verliefen reibungslos auch Dank der Unterstützung der Feuerwehr.
Da die Zahl der Mitglieder stetig abnimmt und nur wenig männliche Neumitglieder eintreten, wurde der Verein auch für Frauen geöffnet. Bei den Neuwahlen am 25.7.1998 waren bereits zwei Frauen in der Vorstandschaft vertreten, mit Renate Seebacher als Schriftführerin und Elisabeth Rusch als deren Stellvertreterin.
Mit dem guten finanziellen Abschneiden der Festwoche 1998 war die Vorstandschaft sich einig, auch das 125jährige Gründungsfest groß zu feiern. Aus diesem Grund beschloss man im Frühjahr 2004 das Kriegerdenkmal zu renovieren. Die Kosten beliefen sich auf 6.000,00 €, wovon die Marktgemeinde 1.000,00 € übernahm.
Pünktlich zum 125jährigen Jubiläum war das Ehrenmal fertig und erstrahlte in neuem Glanz.
Vom 18.-20. Juli 2003 wurde 3 Tage im Thumstadl gefeiert. Leider war der Zustrom der Besucher nicht an allen 3 Tagen gut, so dass mit einem kleinen Defizit das Fest abgeschlossen wurde.
Im Hinblick auf das 130jährige Gründungsjubiläum beschließt die Vorstandschaft am 11.9.2007 neue Uniformjacken zu beschaffen. Diese wurden bei der Fa. Rieder in Lutzingen bestellt, und am 28.3.08 ausgeliefert; der Preis pro Jacke belief sich auf 79,00 €. Da für ein großes Fest dem Verein nicht genügend Mitglieder zur Verfügung stehen, beschließt die Vorstandschaft das 130jährige Gründungsjubiläum nur einem Tag zu feiern: am 21. Juni 2008.
Die Mitgliederzahl im Jubiläumsjahr betrug am 1.1.2008 106 Mitglieder.
Am 21. Juni 2008 war es endlich soweit: Der Verein lud zum 130jährigen Jubiläum im Rahmen eines Bürgerfestes ein. Um 14 Uhr zogen 20 Vereine mit ihren Fahnen in die St. Nikolauskirche zum Festgottesdienst ein, zelebriert von Pfr: Michael Rudolf.
Im Anschluss daran legten die Kameraden am Kriegerdenkmal einen Kranz nieder, um den Opfern beider Weltkriege zu gedenken. Angeführt von der Blaskapelle des Musikvereins Leitershofen führte ein kleiner Festzug zum Stadtberger Bürgersaal, in den zum Festakt eingeladen war. Die Festansprache hielt BKV Kreisvorsitzender Walter Michale.
In seinem Grußwort betonte 1. Bgm. Dr. Ludwig Fink, dass die Veteranen- und Soldatenkameradschaft sich durch Pflege der Vaterlandsliebe, Kameradschaft, Ehrengeleite und festliche Gestaltung von Gottesdiensten und Feiern hervortrat. Diese Werte gelten auch heute noch. Für seine Verdienste wurde der 1. Vorsitzende Joachim Seebacher vom Bezirksvorsitzenden der BKV Hans Günter Lehnert mit dem Bezirksehrenkreuz ausgezeichnet.
Nach dem Festakt feierten die Gäste mit dem Jubelverein beim Bürgerfest am Hopfengarten mit dem Musikverein Leitershofen bis in den späten Abend. Leider wurde das Fest von der Bevölkerung nicht richtig angenommen, so dass mit einem Minus von 3.300 € abschlossen wurde. Die Vorstandschaft beschloss, dass es in Zukunft kein größeres Fest mehr geben wird. Die Jubiläen werden aber weiterhin in kleinem Rahmen mit den Mitgliedern gefeiert.
In den folgenden Jahren war ein aktives Vereinsleben zu vermerken. Die Mitgliederzahlen bewegten sich zwischen 95 und 105 Mitgliedern.
Am 24. April 2009 fand die BKV Kreisvollversammlung in der Oswald-Merk-Halle in Stadtbergen statt. Bei dieser Gelegenheit konnten sich sowohl die Stadt, wie auch der Verein den Kameradschaften des Landkreises vorstellen.
Am 25. August 2013 feierte die VSK ihr 135jähriges Gründungsjubiläum. Nach dem Gottesdienst in St. Nikolaus und der Kranzniederlegung am Ehrenmal fuhren die Teilnehmer in das Schützenheim Stadtbergen. Eigentlich sollte ein kleiner Festzug stattfinden, Doch der starke Regen ließ dieses Vorhaben buchstäblich ins Wasser fallen. Nach den Reden und der Ehrung verdienter Mitglieder ging es zum gemütlichen Beisammensein mit den Willishauser Musikanten. Es war ein gelungenes kleines Fest für die Mitglieder und die Ortsvereine.
Bei der Jahreshauptversammlung am 11.1.2014 stellte sich der langjährige 2. Vorstand Günter Rusch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Er wurde einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Neuer 2. Vorstand wurde Franz Trinkner; das Amt des 3. Vorstandes wurde mit Anton Mahler besetzt. Dank der Initiative des 1. Vorsitzenden konnten sieben neue Mitglieder gewonnen werden, so dass die Mitgliederzahl auf 103 gestiegen ist.
Auf Einladung der französischen Partnerstadt Brie Comte Robert (bei Paris) fuhren sieben Mitglieder der VSK mit dem Partnerschaftsverein Stadtbergen nach Frankreich.
Von den Gastgebern bestens betreut, konnten erste Kontakte mit den Veteranen aus Brie Comte Robert geknüpft werden, verbunden mit einer Gegeneinladung nach Stadtbergen. Zum Höhepunkt der Reise zählte die Gedenkfeier anlässlich des Beginns des 1. Weltkrieges in Solers. Auf dem deutschen Soldatenfriedhof haben 2228 Soldaten des 2. Weltkrieges ihre letzte Ruhe gefunden. An der von der Bundeswehr organisierten Gedenkfeier nahmen neben hohen Nato Offizieren auch 65 französische Veteranenvereinigungen teil. Die Veteranen aus Stadtbergen vertraten stellvertretend die deutschen Veteranen, wofür sich der Kommandeur des Nato Hauptquartiers Hauptmann Haller herzlich bedankte. In Vertretung des Bürgermeisters legten Stadtrat Dieter Häckl und 1. Vorsitzender Joachim Seebacher einen Kranz nieder.

2015 wurde die neue Sporthalle in Stadtbergen fertiggestellt, in deren Vereinszimmer die VSK eine neue Bleibe fand.
Der Umzug vom Rathaus in die Halle verlief perfekt, dank der Unterstützung des Bauhofes.
Um ein besseres Erscheinungsbild aufkommen zu lassen, beschloss die Vorstandschaft am 7.3.2017 die aktiven Frauen mit Uniformjacken auszustatten.
Vier Kameradinnen erhielten eine Jacke, Bluse und Halstuch.
Im Mittelpunkt 2018 steht das 140. Gründungsjubiläum mit Feierlichkeiten am Samstag, 21. und Sonntag, 22. Juli 2018, das am Samstag im Sitzungssaal des Rathauses mit einem Festakt mit Ehrengästen, Ortsvereinen und den Mitgliedern gefeiert wird.
Die Stadtberger Bürger sind am Sonntag, 22. Juli 2018, nach dem Festgottesdienst in St. Nikolaus und der Kranzniederlegung am Ehrenmal herzlich zum Mitfeiern eingeladen.
Ein kleiner Festzug, angeführt von den Willishauser Musikanten, führt vom Kriegerdenkmal ins Schützenheim Stadtbergen.
Dort wird die Veteranen- und Soldatenkameradschaft Stadtbergen 1878 e.V. auch mit den befreundeten Kameradschaften ihr 140jähriges Gründungsjubiläum gebührend feiern.
Für das leibliche Wohl sorgen die Maibaumfreunde Leitershofen.
(ergänzt durch Alois Lorenz und Joachim Seebacher)
Erste Vorstände der VSK
| Johann Schuster | 1878-1880 | 2 Jahre |
| Leopold Saule | 1880-1904 | 24 Jahre |
| Nikolaus Sauer | 1904-1942 | 38 Jahre |
| Josef Sturm | 1954-1966 | 12 Jahre |
| Josef Faderl | 1966-1979 | 13 Jahre |
| Georg Feldmeier | 1979-1981 | 2 Jahre |
| Alois Lorenz | 1981-1992 | 11 Jahre |
| Joachim Seebacher | 1992 - 2023 | 33 Jahre |
| Benjamin Dempfle | 2023 bis heute |